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Oberliga Südwest - Spielberichte 2007/2008
Wir gegen welche aus voll weit weg – hohe Spielklasse halt!
Von Hans Gerhard
Wenn mein Wecker, also eigentlich mein Handy, aber das würde jetzt zu weit führen, wenn also mein Wecker an einem Sonntagmorgen um zehn Uhr klingelt, also eigentlich nicht wirklich klingelt, sondern mehr so metallisch schnarrt, so brrr-brr-brrrr, aber ist ja eigentlich auch egal, das kann ja jeder mal mit seinem eigenen Handy ausprobieren, vielleicht kann man sich da auch ein extra Weckgeräusch aussuchen oder runterladen, wenn das bei mir auch geht, dann habe ich noch nicht herausgefunden, wie, aber wurscht, also wenn mein Mobiltelefon an einem Sonntagmorgen so komisch schnurrt oder eher brummt und es ist kein Anruf, also meine Mutter zum Beispiel, die ruft schon mal um diese Zeit an, das klingt dann aber ein bisschen anders, ist jetzt aber auch eigentlich nicht mein Thema, wenn also am frühen Morgen, Sonntags um zehn, ich bin halt auch kein Kirchgänger oder so, ich hab mal….gut, wie gesagt, darum geht’s jetzt auch gar nicht, wenn also mein Mobiltelefon so… crescendodröhnt, also dann muss wirklich was besonderes anstehen, damit ich aufstehe.
So.
Und so wars ja auch am letzten Sonntag: Mein Schachverein, unser Schachverein, Gambit, kaum volljährig, ein Kind des Nauwieser Viertels, in dem ich ja auch wohne, hatte, glaube ich, die erste OBERLIGA Begegnung seiner Geschichte zu absolvieren, na ja, da kann man sich ja auch mal ein bisschen freuen, und da bin ich dann halt auch hingegangen, ich wohne ja auch nicht weit weg, wie gesagt. Oberliga. Abgefahren. Für Leute wir mich: Das ist die Spielklasse, wo die Leute Wertungszahlen haben, wie sie sonst nur auf Kontoauszügen von Bill Gates vorkommen.
Was die machen, verstehe ich nicht. Bin ich ganz ehrlich. Aber bin ich deswegen ein schlechter Mensch? Ich hab auch Gefühle, wenn auch überwiegend Neid. Und das Misstrauen dessen, der spürt, dass etwas vor sich geht, das er nicht begreift.
Aber mal ganz unter uns: ganz sauber ticken die wirklich nicht. Mm-mh (verneinendes Geräusch, das entsteht, wenn man die Lippen aufeinanderpresst und einen hohen Ton bildet). No Sir.
Einige von denen in der Oberliga haben einen ganz schönen strangen Blick drauf, so als würden sie immer über irgendwas Abstraktes nachdenken, Physik oder so. Die haben auch früher bestimmt den Zauberwürfel gelöst. Und danach voll arrogant geguckt. Streber und Sonderlinge. FREAKS!!
Gott, wie ich mir wünsche, das auch zu können, das mit dem Zauberwürfel, stundenlang habe ich mit dem Ding, auch noch als Erwachsener…durch die Scheibe, und draußen die Schulklasse…..aber ich schweife ab…..gute Schachspieler halt.
Und die spielen jetzt immer im Haus der Parität. Mit Schiedsrichter und so. (A propos: hat der eigentlich für seinen Kaffee bezahlt? Oder muss der gar nicht? Wie issen das? Kriegt der alles umsonst? Oder einen Kaffee und ein Wasser, und für den Rest muss er löhnen? Und wenn er dann zwei Kaffee will, kann er dafür auf ein Wasser verzichten, also quasi tauschen? Müsste eigentlich gehen, kostet ja alles einen Euro….muss doch noch mal die Turnierordnung lesen….).
Wo wir gerade beim Kaffee sind: wir haben ja eine weiße und eine blaue Thermoskanne zur Verfügung, da bietet es sich doch eigentlich an, den Kaffee in der einen mit LSD zu versetzen, um unsere Chancen zu erhöhen, also für die Gegner LSD meine ich, nicht für uns, außer, wir wollen, wir könnten uns das ganz gut merken, weiß ist sauber, und blau ist der Trip, wie der Himmel auf Urlaubspostkarten, oder auch umgekehrt, weiß wie eine Pille und blau wie….wie…aber ist ja jetzt auch egal, müssten wir uns nur vorher drauf einigen, klar, oder aber wir schreiben auf eine einfach LSD drauf, und keiner glaubt, dass da wirklich LSD drin ist und lacht, oder denkt, das ist die Abkürzung für irgendwas unverfängliches, Losheimer Schach Damen oder so, aber dann ist das Zeug natürlich in der anderen, hähä, damit die Gegner sehen, dass wir auch aus der LSD-Kanne trinken, ich muss mal den Präsidenten fragen, ob die Vereinskasse das übernimmt, das nächste Heimspiel wird anders laufen, das verspreche ich Euch….und daran merkt Ihr schon, liebe Schachfreunde:
Es hat nicht ganz gereicht am Sonntag. Erwartungsgemäß. Und das mit dem LSD hätte sowieso nicht geklappt, die Koblenzer haben sich ihren eigenen Kaffee mitgebracht. Die spielen halt schon länger Oberliga. Menno.
Dabei hatte alles so gut angefangen…..aber der Reihe nach….wie gesagt, mit einem Punkt oder gar zweien war angesichts der Wertungsunterschiede zu Gunsten der Gäste nicht zu rechnen, aber als der Schiedsrichter die Uhren freigegeben hatte, waren alle guten Mutes und hochmotiviert, obwohl nicht alle pünktlich waren, muss man auch mal sagen, aber die Gäste ja auch nicht, gut, egal, wir fingen dann an, und wie….
….André und Harald fuhren nach einiger Zeit zwei Punkte ein, nicht, dass ich verstanden hätte, wie, aber wird schon gestimmt haben, der Schiedsrichter jedenfalls ließ die Karten in der Gesäßtasche, zwo null für die unseren, da kann man schon mal euphorisch werden, aber André nahm es zu diesem Zeitpunkt bereits vorweg: könnte sein, dass es nicht mehr sehr viel besser wird, und er sollte auf tragische Weise Recht behalten….denn Eric spielte vielleicht einen Tick zu passiv (habe ich aufgeschnappt), so dass er bald gezwungen war, ALL IN zu gehen, was ja eigentlich mein Patent ist, aber ich stelle es gern den Vereinsfreunden zur Verfügung, nur klappen sollte es dann, wie bei mir ja auch immer, oder fast immer, okay, meistens, will sagen überwiegend, na schön, manchmal, aber dann auch oft, mindestens gelegentlich.
Egal, nur noch zwo eins.
Jens hatte gegen seinen erheblich eloschwereren Gegner genau das richtige getan, nämlich mutig und verwickelt nach vorne zu spielen, das kostete vielleicht etwas viel Zeit, ergab immerhin eine höchst interessante Partie, ein zählbares Ergebnis jedoch sprang nicht dabei heraus….man könnte sagen: voll ungerecht, würde damit aber auch die Leistung des Schachfreundes Hammes nicht zureichend würdigen: er fand einfach oft richtig gute Züge, behielt die Nerven und rang Jens schließlich nieder: Ausgleich, zwei zwei.
Georg hatte für seine gute Stellung an Zwei zu viel Zeit verbraucht: remis, er sagte selber, dass da mehr drin gewesen wäre, sein Gegner sah das auch so, gleichwohl, kein voller Punkt, genauso wenig wie bei Milu an acht, er mochte seine Stellung sehr, die Zuschauer auch, aber drang nicht entscheidend durch, kam am Ende vielleicht sogar gut weg. Unentschieden.
Es stand drei drei, die beiden verbliebenen, Andreas an sieben und Christoph an sechs, für mich sagen wir mal unklar, aber für die, die mehr drauf haben zwischen Hoffen und Bangen, schwer einzuschätzen, Christoph jedenfalls konnte seine Stellung nicht halten, auch hier ein Zeitproblem, glaube ich, und der Mannschaftsführer Andreas kämpfte ein monströses Endspiel (mein Rechner ist zweimal abgestürzt, als ich es eingegeben habe) bravourös bis zum Ende durch, aber es half nichts: remis, und damit eine Auftaktniederlage gegen den Favoriten, wenn es nicht so knapp gewesen wäre, hätten wir alle uns weniger geärgert, andererseits: ein krasser Sonntag, viel gelernt (wenn auch nicht genug, was mich angeht, aber dazu mehr zwei Ligen drunter), klar geworden ist aber auch: die Liga kann gehalten werden.
Da ist noch einiges gebacken. Ich gebe jetzt weiter zum dritten, für uns zweiten Spieltag in der Verbandsliga, das ist noch viel deprimierender, alles klar, auf bald, wir hören, Ciao.
(nach oben)
Der Tag begann schon bei der Abfahrt nicht optimal. Entgegen der ursprünglichen Planung kamen wir erst gegen 10 Uhr los, da gewisse Herrschaften noch das frühmorgendliche Nahrungsaufnahmebedürfnis in einer nahen Bäckerei befriedigen mussten.
Schließlich rollten wir auf der Autobahn gen Kaiserslautern und waren auch schon um halb Elf vor den Toren der Stadt.
Dann kam das nächste Problem. Die ausgedruckte Routenbeschreibung lud zu vielfältigen Spekulationen ein. Nicht faul verspekulierten wir uns auch ein um das andere Mal, wir fuhren von Ost nach West und wieder zurück bis wir endlich auf Harry hörten und uns unserem Ziel zumindest bis auf die letzte Meile näherten.
Auto schnell abgestellt, noch 15 Minuten gelaufen und schon trafen wir überpünktlich und entspannt um 11 Uhr 15 im Clubheim der SG Kaiserslautern ein.
Zum Spiel:
Jens spielte gegen den starken Voropaev an Eins und zwar entgegen seiner sonstigen Gewohnheit schnell und schnörkelos, so dass die beiden sich in einer blockierten Bauernstellung mit jeweils Dame und einer Leichtfigur frühzeitig auf ein Remis einigten. Gute Leistung!
André hatte es mit einem abgelehnten Morragambit zu tun. Das allein muss ja noch keine Schande sein, nur
verspekulierte unser Bayer sich mit dem Plan, dem Gegner die Rochade kaputt zu machen. Dieser Schuß ging dann leider nach hinten los und André musste sich (selten genug) geschlagen geben.
Fischi brannte wieder sein übliches Feuerwerk ab, so wie wir es von ihm in der letzten Saison durchgängig gewohnt waren. Erst überlegte sich sein Gegner ein Scheinopfer und gewann dadurch einen Bauern. Fischi behielt aber die Nerven und nutzte in Folge die Unterentwicklung seines Kontrahenten gnadenlos aus. Durch ein Figurenopfer riß er die feindliche Königsstellung auf. Die partielle Materialüberlegenheit reichte dann, um dem von seinen Truppen isolierten gegnerischen König den Garaus zu machen.
Der Mannschaftsführer spielte mit Schwarz an Brett 8. Nicht optimal aus der Eröffnung rausgekommen, aber mit halbwegs intaktem Zentrum ging es ins Mittelspiel. Nach unklaren Verwicklungen am Damenflügel wählte der Gegner eine Abtauschvariante, die zu einem Spiel mit ungleichfarbigen Läufern, Türmen und Damen führte. Schwarz erhielt Ausgleich und man einigte sich auf Remis.
Nun stand es 2 zu 2 und es war noch alles drinne. Georg stand mit Schwarz nach einer Klasseleistung sehr gut bis gewonnen. Harald stand leicht schlechter, Patrick und Eric voll in der Remiszone.
Durch einen voreiligen Bauernvorzug wurde die Bauernbasis von Eric leider dann extrem wackelig. Dies konnte er auch durch bestes Spiel nicht mehr kompensieren: 2-3.
Zum Ausgleich hatte Patrick mittlerweile seinen Gegner weichgekocht und in vollendeter Technik im richtigen Augenblick die Qualle zurückgegeben und in ein gewonnenes Endspiel mit Mehrbauer und Läufer gegen Springer transformiert. 3 zu 3.
Sollte doch zumindest ein Remis drin sein. Denkste.
Georgs Gegner blitzte sich zu diesem Zeitpunkt in extremer Zeitnot durch seine zerrüttete Stellung und stopfte Löcher wo es nur ging.
Sein Kahn hatte aber unübersehbar ziemliche Schlagseite und Georgs Schlachtschiff holte zu einem letzten ultimativen Rammmanöver aus. Dann ... pffft ...versank es.
Was war passiert? Wir können es uns alle nicht genau erklären, so etwas passiert sicher nur alle 100 Jahre mal. Georg vergaß einfach seine Zeit, obwohl er lange Zeit um einiges mehr davon hatte als sein Gegner. Vielleicht wollte er auch zu perfekt spielen. Wer weiß. In jedem Fall war es eine super geführte Partie und aufsteigen wollen wir ja dieses Jahr sowieso nicht :-).
Nachdem dieser Schlag in die Weichteile halbwegs verdaut war, richteten sich alle Augen
auf Haralds Partie. Der hatte mittlerweile nicht ganz freiwillig die Qualle hergegeben, aber doch so etwas wie Kompensation durch eine relativ sichere Königsstellung, während der andere König ziemlich luftig dastand. Im Zuge weiterer Verwicklungen eroberte er sogar die 7. Reihe und drohte Matt. Um dies zu verhindern, musste sein Kontrahent weiter aufmachen und seine Königsstellung wurde offener und offener. Allmählich keimte wieder so etwas Hoffnung auf. Aber nur kurz. Haralds Gegner tausche nach einem Zwischenzugschach die Damen aus und brachte allmählich seine Bauern in Bewegung. In höchster Not wählte unser Harry sicherlich noch die beste Variante, indem er den Turm des Gegner angriff, dafür aber eine Damenumwandlung zuließ. Bei Dame und Bauer gegen Turm und 3 Bauern war noch etwas Feuer in der Stellung. Aber zum Sieg hätte es nimmer gereicht und Harald hakte die Partie ziemlich schnell ab. 3 zu 5. Andreas Hauer
(nach oben)
Man muss es offen sagen: unser kleiner Verein hatte keine Chance gegen Goliath Saarbrücken. Unser schwächstes Ergebnis in der Oberliga.
Wir können in dieser starken Liga nur dann gewinnen, wenn sich optimale Vorbereitung mit Glück paart. Insbesondere an der optimalen Vorbereitung hat es diesmal gemangelt. Das hing zum Teil mit Saarbrücken und zum Teil leider auch mit uns zusammen.
Saarbrücken nutzte das Potential an starken Spielern geschickt aus. An den ersten 4 Brettern wurde im Vergleich zu den bisherigen Spielen der Saison umgestellt. Das führte dazu, dass keine unserer Vorbereitungen an den oberen Brettern so richtig passte. Hinzu kam, dass wir ganz kurzfristig noch an Brett 5 gewechselt hatten, so dass auch an den unteren 4 Brettern die Vorbereitung in die Tonne getreten werden konnte. Summa Summarum: Wir spielten gegen Saarbrücken durchgängig mit falscher, oder anders ausgedrückt: ohne Vorbereitung.
Trotzdem hatten wir unsere Chancen. An Brett 4 und 5 sah es lange Zeit sehr gut aus, aber anstatt 1,5 bis 2 Punkte zu holen, gab es gar nichts. Das hat dann den Ausschlag für die doch sehr hohe Niederlage gegeben. Ansonsten wären wir vielleicht noch an ein Remis herangekommen.
Weiter unten bei Spieltag 4 noch ein paar Randbemerkungen von unserem rasenden Reporter Hans Gerhard zu diesem Match. Er weilte vor Ort und hat sich eifrig Notizen gemacht. Andreas Hauer
(nach oben)
Manche spielen einfach nur mal vier vier, aber wir müssen jedes Mal einen Act daraus machen …
Beide Punkte bleiben im Saarland, okay, das war irgendwie ja schon vorher klar, aber in welcher Verteilung blieb bis zum Schluss spannend, auch wenn ich mal wieder nicht alles verstanden habe, aber wurscht, am Ende habe ich die Einsen und Nullen und diese anderen Dinger, also eigentlich sind das ja auch Einsen und dann eben Zweien, aber manchmal auch Nullen und dann halt fünfen, das ist dann ja auch irgendwie Geschmackssache, jedenfalls habe ich das alles zusammengezählt und noch mal geguckt, und das war dann vier vier, haben auch die anderen gesagt, und so hatten wir dann doch am Ende einen Punkt, besser als kein Punkt, man hätte zwischendrin auch an mehr glauben können, wenn man auch nur ein wenig Ahnung von dem gehabt hätte, was da eigentlich so vor sich ging, plus die ganze Aufregung mit der falschgedrückten Uhr und so weiter, wow ...
also Schwarzenbach, ich muss mich an dieser Stelle noch mal dafür entschuldigen, dass ich so wenig zu sagen hatte über das formidable Derby in den Zimmerfluchten der SVG Saarbrücken vor einiger Zeit, ich bin sicher kein schlechter Verlierer oder so (obwohl, eigentlich bin ich schon ein sauschlechter Verlierer, ich kann es nur gut verbergen, also meistens, außerdem verliere ich so gut wie nie, außer, ich habe getrunken, okay, andererseits trinke ich eigentlich immer, müsste man mal näher untersuchen ...) tja, aber was wäre zum SVG Spiel auch groß zu sagen gewesen, war halt nix, ich saß mit den Jungs in der Küche (die haben eine Küche, das muss man sich mal vorstellen, ich habe nur eine Kochplatte und einen Kühlschrank direkt darunter, und dann diese blöden Hängeschränke, in deren Nähe man nichts machen darf, weil dann alles explodiert, keine Ahnung, müsste man mal näher untersuchen.
Wo war ich? Genau, Klammer schließen ...immer diese Bevormundung ...(danke für nichts, WORD) also wir saßen in der Küche und ließen immer neue Hiobsbotschaften über uns ergehen, immer mal wieder kam einer rein, griff nach der Weizenbierflasche, exte sie, sagte, also der gewinnt oder der hält remis, und dann verlor der doch, Moment, das war ja ich mit dem Weizenbier, also ich lag immer daneben. Und gegen Schwarzenbach eigentlich auch, nur bei Oberhofer hätte ich eigentlich richtig gelegen mir seiner schlechten Stellung, bis sein Gegner sich dann zweizügig mattsetzen ließ,
jetzt hat André mir übrigens erklärt, dass er zwar vorher schlecht stand, aber am Schluss eigentlich wieder gut, egal, er gewann also gegen meine Prognose, was gabs noch zu sagen zum Spiel, also, ich dachte jetzt biste mal schlau und pennst schön lange, weil die spielen ja eh alle stundenlang, aber als ich dann kam, war Georg schon fertig, remis, eigentlich unzufrieden, aber gegen einen IM, okay, besser als nix (das Motto des Tages), Jens stand gegen seinen IM auch gut, nicht, dass ich es verstanden hätte, aber es reichte dann doch nicht zum vollen Punkt, dafür gewann Christoph an Brett acht und Harald holte auch einen halben Punkt, genug?
Keine Ahnung, er hatte gemischte Gefühle, aber die habe ich auch immer. Wegen allem allerdings. Is nur menschlich.
Ja, das s bei ist sollte wegbleiben. Poetische Lizenz, WORD. Verstehst du nicht.
Okay, und dann die Sache mit der Uhr. Patricks Gegner stellte statt sauber zu drücken versehentlich die Uhr ganz aus, und die nicht verstrichene Zeit wurde unserem Mann abgezogen. Als Jurist, der zu faul war, die FIDE Regeln ganz durchzulesen muss ich hierzu trotzdem ausführen: ich verstehe die Entscheidung schon, immerhin kann man die fehlende Zeit genau ermitteln, und sie wäre ja in jedem Fall weg gewesen, AAAABER: wenn man sich darauf verlässt, dass man noch soundsoviel Zeit hat, und plötzlich sind zwanzig Minuten verschwunden? Wie ist das psychologisch? Auf meinem Niveau wahrscheinlich egal, aber in der Oberliga? Vielleicht hätte man wenigstens über eine Zeitstrafe für den falsch drückenden Gegner nachdenken sollen? Okay, es war keine Absicht und kein „vergessen, zu drücken“, aber trotzdem ...Patricks Schuld war es ganz sicher nicht.
Als Patrick lange Zeit später verlor, spielte die Episode keine Rolle mehr, aber wir sollten daraus lernen, solche Situationen zu antizipieren.
Eric stand für meine Begriffe lange Zeit super, verlor aber noch, und Pascal stand eigentlich immer okay, gewann aber noch.
Brutal spannend. Gar nicht richtig wiederzugeben. Ich wusste vor lauter Aufregung gar nicht, welche Stellung ich zuerst falsch einschätzen sollte. Okay, ein Sieg war im Bereich des Möglichen- es hätte aber auch grotesk schief gehen können, wie gegen Koblenz. Viel Glück, aber auch viel Pech.
Ergibt das jetzt ein gerechtes vier-vier? Ich glaube ja. Okay, und am Ende stehen ein Punkt und gemischte Gefühle, wie im richtigen Leben. Auf jeden Fall ein starker Schachsonntag mal wieder, auch zum Zugucken im Haus der Parität. Ich wünsche all denen, die hier aufhören zu lesen und nix von der Verbandsliga wissen wollen (kommt aber noch weiter unten, frohe Weihnachten und guten Rutsch, gebt alles, bis denne,
Ciao. Hans Gerhard
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Die Anfahrt klappte diesmal problemlos. Nachdem kurzfristig ein Fahrer ausgefallen war, fuhr ein Teil der Mannschaft mit einem Gruppenticket der teutschen Bundesbahn nach Mainz (... In diesem Zusammenhang ein besonderer Dank an unseren Präsidenten, der keine Mühen und Wege scheute, um Tickets zu kaufen und frühmorgens auszuhändigen).
Und obwohl der werte Monsieur Mehdorn in seinem unermüdlichen Bemühen Investoren an Land zu locken, das Streckennetz auszudünnt, die Servicequalität verringert und die Preise erhöht, kamen alle Bahnfahrer pünktlich in Mainz an. Und auch die Gambit-Autofahrer fanden ohne größere Probleme den Weg aus dem Saarland zum Mainzer HBF.
Werner Beckemeyer spielte zum ersten Mal mit und wir hatten noch ein wenig Zeit, einen Kaffee zu trinken und ein kleines Schwätzchen zu halten.
Dann gings zum Teil zu Fuß am Hauptfriedhof vorbei zum Unigelände. Spielort war die neue Mensa.
Zum Spiel:
An Brett 1 hatte sich Jens mit einer raumgreifenden Bauernstruktur etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt und musste mit 3 Minusbauern in ein eigentlich verlorenes Endspiel gehen. Glücklicherweise wählte sein Gegner nicht den besten Plan, gab erst einen Bauern zurück und kam dann trotzdem nicht so richtig weiter. Am Schluß fehlte dem Mainzer die Zeit, um gegen den kämpferischen Jens die richtigen Züge zu finden, er kam über ein Remis nicht mehr hinaus.
An Brett 2 zeigte der frühere Bundesligaspieler Werner Beckemeyer, dass er eine wirkliche Bereicherung ist. Sein Gegner fand selbst mit Weiß in keiner Phase der Partie ein Mittel, um die bombensichere schwarze Struktur auszuhebeln und verlor schnell. Danach beteiligte sich Werner ausgeruht und locker an fast allen Partieanalysen.
Georg ließ wie so oft an Brett 3 nichts anbrennen und spielte ausschließlich auf 2 Ergebnisse. In einem Endspiel mit Springer und Bauern hatte er einen Mehrbauern und es sah so aus, als könnte sein König in die gegnerische Stellung eindringen. Schließlich blieb es aber dann doch bei Remis.
Der grippekranke André an Brett 4 setzte die Eröffnung in den Sand. Sein Gegner konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Im Gegenteil: André gewann allmählich die Oberhand und jagte den gegnerischen König übers' Feld. Zu guter Letzt hing dieser, von feindlichen Springern und Türmen umgeben in einer einzügigen Mattfalle und die Kiebitze summierten im Geiste schon die Punkte. Dann aber, oh Schreck, kam André aus dem Überlegen nicht mehr raus — das ließ nichts Gutes ahnen — und zog tatsächlich einen Springer wieder zurück. Fiebergebeutelt war er dann nicht mehr in der Lage, seine noch immer gute Stellung in einen vollen Punkt zu transformieren.
Fischi, unsere absolut sichere Punktebank fuhr wie immer die volle Wertung ein, nachdem sein Gegner in Zeitnot nicht mehr die besten Züge fand.
Der Mannschaftsführer spielte an Brett 6 und hatte gegen das Damengambit eine Gegengambitvariante vorbereitet, nachdem seine Hauserwiderung auf das Damengambit wiederholt nicht bei allen Kollegen uneingeschränkten Anklang fand (Harry, fahr den Wagen vor) :-). Es entstand scharfes Spiel aus der Eröffnung heraus, bei dem Weiß nicht unbedingt die besten Züge fand. Der Anziehende hatte zwar einen Bauern mehr, war aber im Vergleich zu Schwarz schön unterentwickelt. Anstatt in dieser offenen Stellung aktiv weiterzuspielen, machte ich den Fehler, schematisch dem Damentausch auszuweichen und kam dann in unruhigem Fahrwasser in Zeitnot. Nachdem ich weiter wertvolle Zeit für eine Figurenopfervariante vertan hatte, die mein Gegner einfach ablehnte, stand ich plötzlich vor der Aufgabe, in schwieriger Stellung noch 20 Züge in 5 Minuten absolvieren zu müssen. Das ging nicht lange gut und ich stellte erst einen weiteren Bauern und dann einen Springer ein.
Notre ami Stéphane spielte an Brett 7 schnell und knochentrocken, so wie wir es von ihm aus unzähligen Blitzpartien gewöhnt sind. Man einigte sich in ausgeglichener Stellung auf Remis.
Giorgos an 8 hatte gegen die englische Eröffnung zu kämpfen und geriet in eine komplexe Stellung mit Chancen auf beiden Seiten. In unklarer Stellung ereilte ihn ein Konzentrationsfehler, von dem er sich leider nicht mehr erholte. Andreas Hauer
(nach oben)
Ich konnte diesmal nicht mitspielen, da ich mit beruflichen Vorbereitungen & Bennolein
an diesem schönen Sonntag voll versorgt war. Trotzdem blieb Zeit, um mit Frau und Kind einen kleinen Spaziergang ins Nauwieserviertel zu machen.
Gegen halb 3 kamen wir im Haus der Parität an. Volles Haus, viele Zuschauer, dank an Roland und Christoph für den tollen Einsatz.
Werner Beckemeyer saß schon im Analyseraum und erklärte seinem Gegner aus Landau, warum der verloren hatte — Werner spielt wirklich in einer anderen Liga.
Ansonsten sah es aber, bis auf wenige Ausnahmen abgesehen, sehr trübe aus.
Jens an Brett 1 hatte einen Bauern weniger, eine unsichere Königsstellung und eine schwache Bauernstruktur.
Georg an 3 stand in der Remisbreite mit einem vielleicht etwas passiveren Aufbau als sein Gegner.
Harry an 4 fuhr diesmal keinen Wagen vor. Er kämpfte mit einer Figur weniger ums Überleben.
Unser Bayer André an 5 hatte mit einem bis auf die 7. Reihe vorgerückten Freibauer seines Gegners zu kämpfen.
Eric an 6 musste mit großem Materialverlust ohne Kompensation zurecht kommen.
Pascal an 7 hatte seinem König eine extrem löchrige Unterkunft bereitet.
Nur ... unser Fischi, der Extrempunktesammler, stand, wie konnte es auch anders sein, gut.
Gerade rief mich Olli an: "keine Partie mehr gekippt". Mit anderen Worten: 6 zu 2 für Landau. Unbedingt erwähnenswert: Georg hat mannschaftsdienlich ein Remisangebot seines Gegners abgelehnt, um dann leider über Zeit zu verlieren.
Es gibt aber auch Positives zu vermelden: Die anderen Mitabstiegskandidaten rissen ebenfalls keine Bäume aus. Damit flackert das Hoffnungslichtlein weiter an seidenem Docht. Ciao. Andreas Hauer
(nach oben)
Da ich an unserer angenehmen Analyserunde in der Klause nach dem Spiel nicht teilnehmen konnte, können nicht alle Matches in der gebührenden Länge dargestellt werden.
Jens an 1 hatte wohl insgesamt wenig Chancen - musste die Qualle und ein paar Bauern spucken, ohne eine wirkliche Kompensation zu haben und verlor bald.
Werner an 2 bestach mal wieder mit Schwarz seinen Gegner mit einem blitzsauberen Aufbau, an dem meine Augen keine Schwäche erkennen konnten. Er gewann problemlos.
Das gleiche gilt für unseren Georg an Brett 3. Er ließ dem Gegner mit Weiß keine Chance.
Harald an 4 zeigte seinem Gegner, wie man im Königsindischen einen unwiderstehlichen Angriff mit Opfer am Königsflügel entfacht. Leider übersah er beim Durchrechnen der verschiedenen taktischen Varianten eine Verteidigungsmöglichkeit seines Gegners, die darin bestand, einen Springer vor einen Bauern von Harry zu stellen, so dass dieser ihn schlagen konnte, aber mit dem schlagenden Bauern auch die Angriffslinie versperrte. Danach ging die Partie leider schnell den Bach runter.
Später bei der Analyse stellte man fest, dass die Angriffsstrategie von Harry vollkommen korrekt war, allerdings mit einem genialen weiteren Läuferopfer gekrönt werden musste.
Patrick an Brett 5 arbeitete sich nach missglückter Eröffnung in eine leicht bessere Stellung hinein, nahm dann das Remisangebot seines Gegners an, da es zu diesem Zeitpunkt für uns sehr gut aussah.
Unser Student an 6 beklagte vor dem Spiel exzessiven Schlafmangel (0 Stunden Schlaf bis dato) und verhielt sich dementsprechend ruhig auf der Hinfahrt nach Ludwigshafen. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, seinen starken Gegner an den Rand einer Niederlage zu bringen. Nur seine Ritterlichkeit hat ihn wohl um den vollen Punkt gebracht. Die Partie endete Remis.
Fischi an 7 fuhr seit ewigen Zeiten mal wieder einen Nuller ein.
Der Mannschaftsführer an 8 nahm es mit Schwarz mit dem verdienten Senior Krieger von Ludwigshafen auf. Nach scharfer Eröffnung, bei der mir eine Unachtsamkeit unterlief, die von Weiß aber nicht ausgenutzt wurde, entstand ein halbgeschlossenes Zentrum. Meine Bauernkette im Zentrum blieb aber beweglich, so dass ich aus eigener Kraft entscheiden konnte, wann meine kleinen Killertomaten aufmarschieren sollten. Hinzu kam, dass der weiße König doch schon ziemlich entblößt in seiner Ecke stand. Das Spiel ging hin und her (mit leichten Vorteilen für Schwarz), bis meinem Gegner in Zeitnot ein Fehler unterlief, der ihn einen Turm kostete und die Partie damit sofort zu meinen Gunsten beendete.
Ciao. Andreas Hauer
(nach oben)
Endlich der erste Sieg. Es wurde ja auch allmählich Zeit, denn es drohte der freie Fall zurück in die gemütliche saarländische Landesliga. Nun haben wir noch alle Chancen, auch nächstes Jahr der OSW unsere Aufwartung zu machen. Hier der Spielbericht:
Werner an 1 litt an Pollenallergie. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, als Schwarzer dem Weißen noch in der Eröffnung einen Doppelbauern zu verbretzeln und im Laufe des Spiels einen weiteren Extrabauern zu verspeisen. Dafür stand er etwas passiv und musste mit Springer gegen Läufer auskommen. Die positionellen Vorteile des Weißen hielten sich in etwa die Waage mit dem materiellen Plus des Schwarzen, so dass man sich auf Remis einigte.
Georg an 2 machte kurzen Prozess mit seinem etwas überforderten Gegner und gewann leicht.
Harry an 3 kam in eine gute Stellung, versaubeutelte diese aber dann. 0:1.
Solides Spiel an 4 von Patrick, welches zu einem zeitigen Remis führte.
André Oberhofer, auch genannt Cappablanca gab seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance und gewann verdient.
Notre ami francais Pascal stand eigentlich die ganze Partie über aktiver und besaß Raumvorteil, konnte diesen schlußendlich aber nicht in einen ganzen Punkt transformieren. Trotzdem eine gute Leistung.
Fischi an 7 ließ wie gewohnt nicht anbrennen. 1:0.
Der Mannschaftsführer an 8 führte seinen leicht unterentwickelten Gegner in seichtes Gewässer, indem er ein Qualleopfer anbot, was dieser annahm. In Folge litt der Mutterstädter an partiellen Lähmungserscheinungen um den König herum. Davon konnte dieser sich nicht mehr erholen. 1:0.
Andreas Hauer
(nach oben)
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